Bereitschaft Mittenwald
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Notfalleinsatz für den Mittenwald 71/1

So heißt es meisten wenn der Piepser des Rettungswagens (RTW) mit dem Funkrufnamen Mittenwald 71/1 geht. Daraufhin rückt der in Mittenwald stationierte, und rund um die Uhr besetzte RTW aus.

Dieses Fahrzeug enthält alles, was zur notfallmedizinischen Versorgung eines Patienten
erforderlich ist. Dazu gehören Gerätschaften wie zum Beispiel die Trage, die
Vakuummatratze, Blutdruckmessgeräte, Sauerstoffmessgerät, Sauerstoffinhalationseinrichtung, Beatmungsgerät, Beatmungsbeutel, Notfallkoffer mit Infusionen und Medikamenten, Intubationsbesteck, Babynotfallkoffer, Replantatset zur Versorgung von abgetrennten Gliedmaßen, Absaugeinrichtungen, usw.

!!! Zur Information bitte bei Notfällen nicht an die Rettungswache fahren, in der Hoffnung dort jemanden anzutreffen, sondern die Notrufnummer 112 wählen !!!

Nachfolgend ein Paar Fragen/Antworten rund um den Rettungsdienst

Wie lange braucht der Rettungsdienst zu einem Notfall ??

Sofern die Rettungsdienstfahrzeuge in der Wache stehen, erreicht der Rettungsdienst fast alle Stellen in Ihrem Landkreis in weniger als 15 Minuten. Es kann vorkommen, dass die für Ihr Gebiet zuständige Mannschaft bereits im Einsatz ist. Unter Umständen kommt dann nicht der reguläre Rettungsdienst, sondern der „Hintergrunddienst“ oder die „SEG“ zu Ihrem Notfall. Weitere Faktoren, die unsere Anfahrtsdauer verlängern, sind schwierige Licht- oder Straßenverhältnisse (z.B. Glatteis), durch die unsere Fahrer gezwungen sind, langsamer zu fahren. Außerdem wird auch die Zeitspanne häufig unterschätzt, die vergeht, bis der Notruf
eines Betroffenen komplett abgesetzt ist.

Weshalb erfolgt die Alarmierung im Notfall immer über die Rettungsleitstelle ??

Das direkte Anrufen einer Rettungswache ist im Notfall nicht möglich. Unter Umständen ist die Rettungsdienstmannschaft nur wenige Minuten von der Wache, die Sie anrufen möchten entfernt. Zum Beispiel auf der Rückfahrt, oder gar in der Nähe ihres Notfallortes – in all diesen Fällen erreichen Sie unser Personal in der Wache nicht. Die ständig besetzte Rettungsleitstelle hält jedoch zu all diesen Fahrzeugen Funkkontakt, und kann sie auch von unterwegs aus jederzeit zu Ihnen schicken.

Weshalb kann es bei einem normalen, vorher rechtzeitig angemeldeten Krankentransport passieren, dass sich das Eintreffen des BRK verzögert ??

In jedem Fall wird die Rettungsleitstelle das von Ihnen bestellte Team rechtzeitig zu Ihnen schicken. Zu Verzögerungen von wenigen Minuten kann es immer kommen: Eines unserer Krankentransportfahrzeuge steckt im Stau oder konnte einen vorausgegangenen Krankentransport nicht pünktlich abschließen – zum Beispiel weil medizinische Untersuchungen eines vorhergehenden Patienten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten, oder weil die Erkrankung eines anderen Patienten eine besonders schonende Fahrweise erforderte.
Handelt es sich um eine längere Wartezeit, dann ist es praktisch immer deshalb, weil akute Notfälle das Anrücken des für Sie bestimmten Teams verhindert haben. Auch wenn das Fahrzeug bereits von der Wache oder Klinik aus auf dem Weg zu Ihrer Wohnung ist, gleichzeitig aber in Ihrer Nachbargemeinde z. B. ein schwerer Verkehrunfall mit einem Fußgänger gemeldet wird, dann gibt es keine Diskussion: der bereits begonnene Krankentransport muss unverzüglich abgebrochen werden, um dem Notfallpatienten sofortige Hilfe zu leisten.

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Wie schnell darf der Fahrer eines Rettungsdienstfahrzeuges überhaupt fahren ??

So schnell wie nötig, aber so vorsichtig, dass kein weiterer Unfall passiert.

– So einfach diese Antwort klingt, so viel Verantwortungsbewusstsein und Konzentration erfordert sie auf der anderen Seite. Gerade in Zeiten zunehmender Verkehrsdichte ist es ein Risiko, mit Blaulicht und erhöhtem Tempo zu fahren. Ein weiterer Gefahrenpunkt dabei ist sicherlich auch die zunehmende Rücksichtslosigkeit mancher anderer Verkehrsteilnehmer gegenüber unseren Einsatzfahrzeugen. Die gesetzliche Regelung erlaubt es den Fahrern im Rettungsdienst, von allen geltenden Vorschriften abzuweichen – unter Berücksichtigung entsprechender Gefahren. Im Zweifelsfall gilt deshalb immer: „Sicherheit vor Schnelligkeit“. Denn ein Einsatzfahrzeug, das nicht ankommt, nützt keinem mehr.

Auf einer Hauptverkehrsstraße fährt ein Rettungswagen mit Blaulicht – allerdings langsamer als der übrige Verkehr. Ab und zu hält der Fahrer fast an. Besonders eilig scheint dieser Transport nicht zu ein. Was steckt dahinter ??

Bei einigen Krankheiten gerät der Fahrer eines Rettungsdienstfahrzeuges in die Zwickmühle:
Die Verletzungen des Patienten erfordern den schnellstmöglichen Transport, auf der anderen Seite sind es aber gerade diese Verletzungen, die ihn dazu zwingen, beim Fahren schon die kleinsten Erschütterungen zu vermeiden. Gerade die großen Rettungswägen sind jedoch sehr erschütterungsempfindlich.
Aus diesem Grund verhält sich der Fahrer eines Rettungsdienstfahrzeuges manchmal nicht so, wie es für einen Unbeteiligten logisch erscheint. Wir bitten Sie aber, sich gerade in diesen Fällen besonders rücksichtsvoll zu verhalten. Es ist kein Kunststück, einen Rettungswagen vernünftig zu überholen. Wichtiger ist es aber, auch in diesen Fällen keine zusätzliche Behinderung für den Transport zu schaffen.

Weshalb werden Blaulichtfahrten gelegentlich abgebrochen ??

In einigen Fällen kann es vorkommen, dass ein Rettungsdienstfahrzeug per Funk auf der Anfahrt durch die Rettungsleitstelle abbestellt wird. Dies kann zwei Gründe haben: ein Arzt oder ein anderer Helfer sind vorab bereits am Notfallort eingetroffen und haben festgestellt, dass es sich um eine Fehlmeldung oder um einen nicht akuten Notfall handelt. In diesem Fall wird die Fahrt nicht mit Blaulicht fortgeführt. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich in der Zwischenzeit ein nähergelegenes anderes Fahrzeug per Funk von einem vorhergehenden Einsatz wieder „frei“ meldet, so dass der Notfalltransport für das ursprünglich vorgesehene Fahrzeug entfällt.

Weshalb dauert es oft so lange, bis der Verletzte oder schwer Erkrankte abtransportiert wird ??

Vor 15 oder 20 Jahren ging man noch davon aus, dass es das Beste sei, einen Patienten möglichst schnell zur Klinik zu bringen. Viele Patienten sind damals noch auf der Fahrt in eine Klinik gestorben. Das hat zu einem grundlegenden Umdenken in der Notfallmedizin geführt:
Der heutige Rettungs- und Notarztdienst sieht seine Aufgabe darin, schnellstmöglich einen kleinen Teil der klinischen Leistungen am Patienten zu erbringen. Absolut lebensnotwendige medizinische Maßnahmen müssen vor Ort getroffen werden – und erst, wenn der Patient transportfähig ist, wird er so schnell wie möglich in die Klinik gebracht, um weitergehende Maßnahmen einzuleiten.

Oft kommen zu einem Verletzten zwei Fahrzeuge, ein PKW und ein großer Rettungswagen. Weshalb ??

Rettungs- und Notarztdienst besteht grundsätzlich aus zwei Fahrzeugen: dem Rettungswagen mit zwei Sanitätern, und dem Notarztzubringer mit einem Sanitäter und dem Arzt. Dieses System hat gerade in ländlichen Gebieten Vorteile: das wendigere und schnellere Notarztfahrzeug ist in der Lage einen größeren Bereich abzudecken. Und sobald ein Patient soweit versorgt ist, dass er aus dem lebensbedrohlichen Zustand heraus ist, kann der Notarzt gegebenenfalls zu einem weiteren Einsatz mit einem anderen Rettungswagen abgezogen werden – der Rettungswagen bleibt vor Ort und kann den Transport des Patienten durchführen.

Dieses sogenannte Rendevouzsystem ist Teil des BRK-Konzeptes einer flächendeckenden Notfallversorgung – rund um die Uhr!

Vor einer Wohnung halten zwei oder mehr Fahrzeuge, die mit Blaulicht angefahren sind. Erst nach über einer Stunde verlassen Sie diesen Ort wieder in aller „Seelenruhe“ – ohne Patient. Was steckt dahinter ??

In einigen Fällen kann es sein, dass eine Erkrankung zu einer Lebensbedrohung führt, eine ambulante Versorgung und kurzzeitige Überwachung jedoch genügt, um den Patienten ausreichend zu stabilisieren. Ein typisches Beispiel dafür wäre ein akuter Unterzucker (Hypoglykämie). Es liegt im Verantwortungsbereich des behandelnden Notarztes, von einem Klinikbesuch abzusehen.
Daneben kann es auch vorkommen, dass ein Patient trotz einer medizinischen Notwendigkeit seine Mitfahrt verweigert, oder im schlimmsten Fall, dass auch intensive medizinische Hilfe zu
spät kommt.
In all diesen Fällen halten sich Rettungsdienst und Notarzt unter Umständen auch längere Zeit beim Patienten auf, ohne ihn dann zu transportieren